Niederlage gegen Pharm

SV Jenapharm – FV Rodatal Zöllnitz 5:0

Jenapharm: Vorbrink – Gärtner, Malek (GK), Karadzi, Neuber, Vogel (82. Döring), Moritz, Strzebin, Mac Ciarnain (66. Kubatzki), Habereder, Czernetzki (66. Müller I)
Zöllnitz: S. Butters – Majonek, Rosentreter, K. Butters (76. Wolf), Salzmann, Fiedler, Fulde (53. Rosin), Reuter, Teichmann, Heerwaagen (46. Förste), Salewski

Tore:
1:0 Czernetzki (19.)
2:0 Strzebin (25.)
3:0 Czernetzki (51.)
4:0 Müller I (69.)
5:0 Strzebin (83.)

Schiedsrichter: Janne König (Jena) [Neumann; Richter)

Zuschauer: 47

Die Chemiker haben uns eine bittere Pille verabreicht.
„Zünglein an der Waage“, „an guten Tagen ist alles“ möglich, selten habe ich mich vor einem Spiel so verschätzt.
Der Absatz in der Vorschau „an schlechten Tagen aber auch“ war leider das einzig Richtige.
Von Beginn an und wirklich von der ersten Minute hat man gesehen, dass hier ein Klassenunterschied vorliegt, wir
wurden regelrecht deklassiert. Alle Vorgaben halfen nichts, tatsächlich hab ich mich dabei erwischt nachzuzählen ob Pharm
nicht doch 2-3 Spieler mehr auf dem Platz hat, es war nicht so. Wir waren wie gelähmt und ich hatte das Gefühl wir hatten
die blanke Angst vor einer Niederlage, was im Übrigen nichts schlimmes ist. Auch die Höhe, ist es nicht was stört – sondern
das Wie.
Ich spreche damit nicht mal fehlende Laufbereitschaft ab oder den viel betonten Kampf. Der Glaube hat gefehlt, den der
Trainer vor dem Spiel gefordert hat. Vielleicht sehe ich das auch zu kritisch und man muss einfach nur anerkennen, dass der
Gegner uns in allen Belangen komplett überlegen war. Auch wenn das der absolut der Wahrheit entspricht, muss es dennoch
Gründe geben weshalb man im Hinspiel 2:1 gewinnt und am Samstag so zerlegt wurde. Abgesehen vom Faktor Glück.
Und ich bleibe dabei der Glaube an die eigene Stärke, an die Möglichkeit tatsächlich einen Punkt mitzunehmen, von gewinnen
darf man nach dem Spiel nämlich nicht sprechen, hat uns völlig gefehlt.
Das Erste Tor der Pharmer war wunderbar heraus gespielt, Pass über 25 Meter genau in die Schnittstelle, der Stürmer läuft
alleine auf S.Butters zu und schiebt einfach ein. Weder war Zugriff im Mittelfeld auf den Passgeber noch stand die Abwehr gut
genug um Stürmer oder Ball den Weg zu versperren. Absurd war dann aber noch auf Abseits zu reklamieren, mag sein dass es
Abseits war. Die gleiche Szene gab es aber schon zweimal vorher. Da wurde Abseits gepfiffen – war aber keins.
Man reklamiert also lieber anstatt aus solchen Staffelung und immer selben Mustern zu lernen.
Das Zweite Tor war ein glatte Kopie, nur diesmal waren zwei Angreifer durch und konnten alleine vor unserem Torhüter überlegen wer denn gerne das Tor machen möchte.
Ich will an keiner Stelle Pharm schlecht reden, es war auch einfach sehr gut rausgespielt und sicherlich schwer zu
verteidigen. Nur wir lernen nicht – wie gesagt – aus immer gleichen Situation.
Noch schlimmer und eigentlich erschreckend war aber der Zustand der eigentlich ein Vorteil sein sollte – Ballbesitz.
Um das ganze vorweg zu nehmen wir hatten in der ersten Halbzeit zwei Schüsse aufs Tor, aus ca. 16 Metern und völlig isoliert. Von Gefahr kann keine Rede sein.
Ballbesitz – ich würde sagen wir hatten ca. 25%, hier muss aber erwähnt sein, dass wir sehr viele Abstöße und
eben auch 6 mal Anstoß hatten. Ansonsten war nach drei Stationen Schluss – maximal. Unser Spielaufbau ist wie eingebrannt, es wird nie oder sehr selten davon abgewichen, Spielwitz ist ein ist für uns ein Wort was in etwas so aussieht „hfgansldi“.
Es kennt einfach niemand.
Ich erinnere gerne daran, unsere Trainer legen Wert darauf den Gegner im eigenen Aufbau so anzulaufen, dass dieser über die
Außenverteidiger aufbauen muss und dann zu langen Bällen die Linie entlang gezwungen ist.
Der Grund? weil das so ziemlich die ungefährlichste Szene im Fußball ist. Pharm musste nicht einmal viel dafür tun um uns in selbige zu bringen. Warum? Schwer
zu erklären. Fehlender Mut – wenig Selbstvertrauen wahrscheinlich.
Immerhin kann man ja erstmal auch kein Fehler machen oder direkt ein Gegentor kassieren wenn der Ball im positiven Fall an der Eckfahne des Gegners landet.
Aber im Fußball gibt es eben auch mehr als nur Sicherheit, nämlich Risiko und Mut – Mut Fehler zu machen. Sonst wird man niemanden vor Probleme stellen oder gar Tore schießen,
wovon wir Meilenweit entfernt waren. Den Mut oder gar die Lust darauf den Gegner im Dribbling auszuspielen oder mit einem riskanten Doppelpass vor Probleme zu stellen, der fehlt uns in solchen Spielen leider immer wieder. Beruhigend ist nur, dass es auch andere Tage gibt.
Die Zweite Halbzeit war dann etwas besser, wir hatten tatsächlich die Möglichkeit auf ein oder zwei Tore, Pharm hatte aber sicherlich auch nicht mehr mit allem gespielt was geht. Dennoch weiterhin dreimal getroffen.
Irgendwann fingen wir dann nach den kleinsten Fouls der Pharmer an uns über den Schiri zu beschweren, unnötig und ein Zeichen der Ohnmacht an diesem Tag.
Gut gepfiffen und alles andere als ein überharte Spielweise der Pharmer. Ganz im Gegenteil, die fairste Truppe der Liga, subjektiv gesehen.
Was übrigens ein Beleg dafür ist, dass Dinge fußballerisch lösbar sind.
Fazit: Für mich war es demütigend, eine wahre Lehrstunde. Man läuft den Ball praktisch nur hinterher und irgendwann resigniert man im Kopf, glaubt kaum noch an den eigenen Ballbesitz. Mürbe gespielt nennt man das vielleicht. Ich bin mir sogar sehr sicher, dass wir in diesem Spiel mehr Kilometer als sonst diese Saison gelaufen sind. Aber eben nur hinterher.
Glückwunsch an Pharm!
Für uns ist aber nichts verloren, vielleicht der richtige Weckruf. Lieber so eine Niederlage als fünfmal 1:0. Im Endeffekt wurden auch hier nur drei Punkte vergeben und mehr als ein Fußballspiel haben wir auch nicht verloren.
Die nächsten Spiele kommen bestimmt und wir werden wieder bessere Leistung zeigen, davon bin ich überzeugt.